RSV Listertal - VSV Wenden 2 2008/09

Zuletzt geändert: 2009-04-13 23:18:09
8er Abwehrkette erkämpft unglaublichen Punkt
 23.03.2009


RSV Listertal - VSV Wenden II 1:1 (1:1)

Schade, dass dieses Spiel nicht am heimischen Nocken stattfand, denn die Partie unserer 2. gegen den RSV Listertal sollte eines der Spiele werden,
die man so schnell nicht nochmal erlebt!

Die Vorzeichen konnten schlechter nicht sein: 5 verletzte oder verhinderte Stammspieler machten es notwendig, dass Hauke Röckinghausen, Hubertus Ochel und Kemal Topal aushelfen mussten um die übriggebliebene Rumpftruppe soweit aufzustocken, dass man zumindest einen Auswechselspieler hatte. Mit Matthias Jäschke stand ein Akteur in der Startelf, der sein letztes Training arbeitsbedingt vor geschätzen 2 Jahrzehnten hatte und ehrenhafterweise auch einsprang. Vorab sei angemerkt, dass alle die die ausgeholfen haben wohl die Kicker-Bestnote für ihre Leistung bekommen hätten.

Nun aber zum Spiel: Die Anfangsphase war sehr ausgeglichen und das Spiel kampfbetont, dennoch auf höherem Kreisliganiveau. In der 25 Minute ging der VSV durch Sebastian Eich in Führung nachdem "Berti" Koch in bester Manfred Kaltz Manier einen Freistoß auf den langen Pfosten drosch und ebengenannter Eich nur noch einlaufen und netzen musste.
Ab diesem Moment gewann das Spiel an Hektik und Härte, was dazu führte, dass der VSV nach einer kleinen Rangelei und dem darauf folgenden Freistoß den 1:1 Ausgleich hinnehmen musste. Keine 2 Minuten später,also in der 37. Minute verabschiedete sich dann Sven Heuel zum duschen, als er sich am Strafraumeck die zweite gelbe abholte und des Spielfeldes verwiesen wurde.
Doch von aufgeben keine Spur, das Ergebnis konnte in die Halbzeit gerettet werden. Leider gab es hier eine weitere Hiobsbotschaft: Libero Hubertus Ochel musste verletzungsbedingt ausscheiden, seine Worte dazu: "Der Geist will, aber der Körper kann nicht."

Die zweite Hälfte fing erstaunlich ausgeglichen an. Durch kluges Verschieben und großen Kampfgeist schafften es die übriggebliebenen VSVer, sich erfolgreich den Angriffen der Listertaler entgegenzustellen und selber hatte man durch Kemal Topal eine sehr gute Einschussmöglichkeit. Nun folgten Minuten, die das Spielgeschehen in extremer Weise beeinflussen sollten.
Wir schreiben die 52. Minute, der nun als Libero fungierende Sebastian Eich lässt als letzter Mann seinen Gegner auflaufen und holt sich ebenfalls seine zweite Gelbe ab. Auf einmal standen nurnoch 9 VSVer auf dem Feld, doch es kam noch besser!
Thomas Löhr hatte so starke Schulterprobleme, dass er seinen linken Arm nicht mehr heben konnte und musste 5 Minuten nach dem zweiten Platzverweis ausgewechselt werden. Doch mit wem sollte er wechseln? Auf der Bank saßen außer derer zwei vom Platz geflogenen und einem lautstark anfeuernden Hubertus Ochel niemand mehr! So kam es, dass oben genannter Matthias Jäschke seine Feldspielerposition aufgab, ins Tor wechselte und Thomas Löhr die Position des rechten Außenverteidigers übernahm.
Es standen sich nun also eine angriffslustige Elf von RSV Listertal und 9 Mann des VSV ohne Auswechselspieler mit Torwart als Verteidiger und Feldspieler in Tor, sowie einigen Spielern die so stark angeschlagen waren, dass sie eigentlich hätten raus gemusst, gegenüber. Aber was nützte schon wehklagen und verzagen, immerhin stand es noch 1:1 und das galt es mit allen Mitteln zu verteidigen. Die Elf von Bodo Golembiewski, entschuldigung, die 9 von Bodo Golembiewski, stellte kurzerhand um, sodass ein 8 Mann Abwehrbollwerk aufgebaut wurde. Wacker hielten die VSVer dem Sturmlauf des RSV stand und immer wieder scheiterten diese mit ihren Angriff in der menschlichen Defensivmauer rund um das Tor von Matthias Jäschke, der einige brenzlige Aktionen entschärfen konnte.
Durch Hauke Röckinghausen, der einen Halbmarathon auf dem Platz ablieferte, da er die alleinige Offensivabteilung darstellte und viel mit nach hinten arbeiten musste, hatte unsere Mannschaft auch noch eine hochkarätige Chance, doch der Ball fand nicht den Weg ins Tor.
Kampfstark und absolut gewillt den Punkt mit nach Hause zu nehmen wurden die letzten 20 Minuten fast ausschließlich in der Wendener Hälfte verbracht, doch die RSV verzweifelten immer mehr.
Wacker hielten die VSV-Jungs dagegen und die anrennenden Listertaler konnten ein ums andere mal vereint gestoppt werden. Das Spiel wurde immer hitziger und auf Wendener Seite die Anfeuerungsrufe untereinander schlachtfeldreif.
Obwohl jeder Spieler auf dem Zahnfleisch lief war die Moral ausgezeichnet und so konnte der Punkt über die Zeit gerettet werden. Verdient war er auch deshalb, da dieses Spiel zeigte, dass Kampfgeist, Wille, Einsatzbereitschaft und Kameradschaft selbst in der ausweglosigsten Situation zu einem Erfolg führen können. Nach dem Abpfiff war der der Jubel riesengroß und in der Kabine wurde ordentlich gefeiert, denn "heut' war der VSV mim Hammer wieder da".

PS: Kelle wat bin ich froh, einmal in meinem Leben mim Howie zusammegespielt haben zu dürfen.

Fabian Schwarz